PTA und Rezeptur ein Selbstläufer?
Meine große Liebe in der Apotheke ist die Rezeptur! Ich freue mich über Plausibilitätsprüfungen und den Austausch mit KollegInnen bei allgemeinen Rezepturfragen und natürlich über jede Herstellung. So weit, so gut!

Ich mache mir jedoch auch öfters Gedanken um dieses „letzte“ Handwerk in der Apotheke. Die Herausforderungen, die mit der Arbeit als PTA und der Herstellung von Rezepturen verbunden sind, sind vielfältig. Technologische und regulatorische Ansprüche steigen. Ist jede PTA in der Lage jede Rezeptur herzustellen?
Letztlich sprachen wir im Vorstand über den Wettbewerb „PTA des Jahres“. Die 10 FinalistInnen führen u.a. auch ein Rezepturgespräch. Den Fragenkatalog durfte ich mir einmal ansehen. Um ehrlich zu sein dachte ich im Vorfeld, das wird schon nichts Schwieriges sein. Natürlich habe ich rezeptierbare pH Bereiche der gängigen Wirkstoffe im Kopf. Sicherlich weiß ich so einiges über kationische, anionische und nichtionische Wirkstoffe und Grundlagen, aber ich bin doch auch sehr froh, dass ich dieses alles nachschlagen kann.
Die Fragen für die PTA des Jahres 2024 waren fachlich herausfordernd, machbar aber haben mich zum Nachdenken angeregt.
Die Fähigkeit, komplexere Rezepturen herzustellen, hängt von der Erfahrung und den spezifischen Aufgabenbereichen der PTA ab. Es gibt Faktoren, die dabei eine Rolle spielen wie z.B.: die praktische Erfahrung in der Herstellung von Rezepturen. Diese variiert und PTAs, die regelmäßig mit der Herstellung von Rezepturen betraut sind, entwickeln im Laufe der Zeit mehr Sicherheit und Kompetenz. Einige PTAs vertiefen ihre Kenntnisse durch zusätzliche Weiterbildungen oder Spezialisierungen.
Da gibt es zum Glück wunderbare Podcasts (PTA-Funk, PTA heute, Apo Spritz, Fagron u.a.), großartige Websites die Wissen vermitteln (Caelo, Wepa u.a.), hier und da ein Rezeptursymposium und einige besondere online Fortbildungen auch beim BVPTA.
Wir PTA müssen dafür sorgen, dass das „letzte“ Handwerk der vor Ort Apotheken sich für die individuelle Patientenversorgung weiterhin stark macht, durch unser Fachwissen und handwerkliches Knowhow, das unseren Beruf ein erneutes Mal als wichtige Säule der Apotheke vor Ort auszeichnet.
Eure Ute Jobes